Kontopfändung & Lohnpfändung: Freibeträge, Schutz & Soforthilfe

Eine Pfändung ist der härteste Eingriff von Gläubigern: Dein Konto wird gesperrt, dein Gehalt gekürzt. Aber du bist nicht schutzlos. Das P-Konto und gesetzliche Freibeträge sichern dein Existenzminimum.

Was passiert bei einer Kontopfändung?

Ein Gläubiger mit Vollstreckungstitel (Gerichtsbeschluss, Vollstreckungsbescheid) kann über den Gerichtsvollzieher oder direkt per Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) dein Bankkonto pfänden lassen. Die Bank friert dann sämtliche Eingänge ein.

Ohne P-Konto: Dein gesamtes Guthaben wird eingefroren — auch Gehalt, Kindergeld, Sozialleistungen. Du kannst keine Miete, keinen Strom, keine Lebensmittel mehr bezahlen.

Sofortmaßnahme: P-Konto einrichten

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Umwandlung deines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Deine Bank muss die Umwandlung innerhalb von 4 Geschäftstagen durchführen (§ 850k ZPO). Der Schutz wirkt auch rückwirkend für den laufenden Monat.

Pfändungsfreibeträge 2026

Die Pfändungstabelle (§ 850c ZPO) legt fest, welcher Anteil deines Einkommens unpfändbar ist. Die Grundfreibeträge für 2026:

Situation Monatl. Freibetrag (netto)
Grundfreibetrag (keine Unterhaltspflichten)1.491,75 €
+ 1 unterhaltsberechtigte Person2.059,99 €
+ 2 unterhaltsberechtigte Personen2.369,99 €
+ 3 unterhaltsberechtigte Personen2.679,99 €

Stand: Pfändungstabelle gültig ab 01.07.2025. Werte können sich ändern.

Lohnpfändung durch den Arbeitgeber

Bei einer Lohnpfändung erhält dein Arbeitgeber den PfÜB und muss den pfändbaren Anteil deines Gehalts direkt an den Gläubiger abführen. Der unpfändbare Anteil richtet sich nach der Pfändungstabelle und wird dir weiterhin ausgezahlt.

Wichtig: Kindergeld, Elterngeld (bis 300 €) und Sozialleistungen nach SGB II/XII sind grundsätzlich unpfändbar. Auf dem P-Konto wird dieser Schutz automatisch gewährleistet.

Mehrere Pfändungen gleichzeitig?

Bei mehreren Gläubigern gilt: Wer zuerst pfändet, wird zuerst bedient (Prioritätsprinzip). Dein P-Konto-Freibetrag bleibt davon unberührt — er gilt gegenüber allen Pfändungen gleichzeitig.

Wann hilft die Privatinsolvenz?

Wenn Pfändungen dauerhaft dein Existenzminimum bedrohen und keine Einigung mit den Gläubigern möglich ist, bietet die Privatinsolvenz den sichersten Ausweg. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden alle Einzelzwangsvollstreckungen gestoppt (§ 89 InsO) — das heißt: Pfändungen enden.

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